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| GESCHICHTE |
- MADONNA DELLO SPLENDORE -
- HISTORISCHE NOTIZIEN- 
Brunnen

Die antike Stadt Castel S. Flaviano, bereits Castrum Novum unter der römischen Herrschung, welche für vier Jahrhunderte Sitz der zivilen und militärischen Autorität des internen aprutinischen Territoriums war, wurde im Jahre 1382 von Carlo III zu Durazzo an die Familie der feudalistischen Acquaviva übergeben, indem er dem Herzog von Atri den Grafentitel verlieh. Vom antiken Castrum bleibt die Kirche S. Maria a Mare, deren Portal atrianischer Schule (Anfang des XIV. Jahrhunderts) reich an originalen und enigmatischen Basreliefen ist.

Im Jahre 1470 bevorzugte Giuliantonio Acquaviva von Aragona, Herzog von Atri und Graf von S. Flaviano und Conversano, anstatt die Stadt wieder aufzubauen, welche im Jahre 1461 in der blutigen Schlacht zwischen den Aragonesi und den Angiolini zerstört wurde, eine neue Stadt in einem weniger ungesunden Ort von Sümpfen, in welchem sie sich zuvor befand, zu erbauen, auf einem über das Meer herrschende Hügel, welche er nach seinem Namen Giulia Nova benannte. Auf einem weiten Platz, von soliden Ziegeln gepflastert, wurde das prächtige Grafenpalast erbaut, Residenz des Grafen, gegenüber dem Dom, einem der schönsten und originellsten Werke der Abruzzen.
Eingeweiht in S. Flaviano, wurden nach dort die Reliquien des Schutzheiligen und weitere kostbare Kunst- und Goldwerke, welche einst den antiken Tempel der vernichteten Castel Flaviano schmückten, gebracht. Die Jahre von 1400 bis 1557 waren gezeichnet von Hungersnot, Invasionen und Zerstörungen, Kriegen und Pestepidemien, welche mehrmals aufeinanderfolgten und von denen die letzte gerade am 22. April 1557 endete.

- DATUM DER ERSCHEINUNG DER MADONNA -
Holzstatur

"Am 22. April 1557 mochte der Herr ein Zeichen seiner göttlichen Gutmütigkeit geben, indem er der Bevölkerung von Giulianova die Jungfrau des Glanzes vorstellte". Dies liest man im ersten Bericht, den Pater Priore, Don Pietro Capullo (Celestaner), mehrmals von 1657 bis 1674 schrieb und welcher als Quelle für die "Aprutinische Geschichte" diente, geschrieben von Don Niccola Palma, und für den "Bericht Relation von S. Maria des Glanzes von Giulianova", geschrieben von den Celestanischen Patern.

Die wundersame Erscheinung der Jungfrau ereignete sich tatsächlich fast mit Sicherheit während der letzten Jahrzehnte des 1400 und der ersten des 1500, da in einem in Bologna verfasstem Buch des 1549, Titel "Die Zeremonien der Celestanischen Mönche mit dem Leben des V. Celestaners, ihrem ersten Pater", der Wallfahrtsort Maria des Glanzes mit zwei Patern erwähnt wurde. Das Zeugnis wird auch von einer in Neapel im Jahre 1552 gedruckten Broschüre mit dem Titel "Die Artikel und Briefe der Celestanischen Mönche" bestätigt, in welcher man liest: "PRIOR SANCTAE MARIAE SPLENDORIS EXTRA JULIAM NOVAM". Pater Pietro Capullo, erster Berichterstatter des Wallfahrtsortes, hat den Hundertstel falsch interpretiert, welcher auf der Inschrift auf der Fassade des primitiven Wallfahrtsortes erschien (im Jahre 1937 zerstört, als die Kirche neu erbaut wurde), auf welcher, indem die Gläubigen zum Eintritt für die Verehrung die Madonna Gottes in ihrem Glanz eingeladen wurden, und nachdem der Staub von den Füßen aufgrund Purifikation geschüttelt wurde, mit großer Wahrscheinlichkeit das "ANNO A MUNDI LIBERTATE 1557" als Jahr der Einweihung des Tempels und nicht als Jahr der Erscheinung der Madonna zu Bertolino angegeben wurde, welche zwar am 22. April, aber einige Zeit vorher stattfand.

- DIE ERSCHEINUNG DER JUNGFRAU DES GLANZES -
Holzstatur

Auf einem kleinen Hügel außerhalb der Mauern von Giulianova, erschien einem bescheidenen Holzschneider namens Bertolino, während er im Schatten einer Ulme ruhte, die Jungfrau Maria "umgeben von wundersamem und blendendem Licht". Die Jungfrau sagte zu Bertolino: "Nun, Bertolino, stehe auf und gehe nach Giulianova und verkünde in der ganzen Stadt die frohe Botschaft, dass die große Mutter Gottes hier ihren Wohnort auserwählt hat. Benachrichtige den Klerus, dass er ohne jegliches Zögern mit feierlicher Prozession herkommen möge, um mich zu ehren, und dass hier, wo du mich nun siehst, ein Wallfahrtsort für mich erbaut werden möge.

" Bertolino ging zweimal zum Gouverneur, um die Nachricht der Madonna bekanntzugeben, er wurde jedoch fortgeschickt und ausgelacht. Daher ging er, von der Jungfrau ermutigt, in die Stadt zurück, und es gelang ihm, von den Erhaltern Giulianovas empfangen zu werden. Auch ihnen vertraute er die Worte der Jungfrau an, doch er wurde abermals erniedrigt und sogar verfolgt. Die Madonna kam ihm zu Hilfe, indem sie ihn von den Händen eines leichtsinnigen Menschen befreite, welcher plötzlich gelähmt und stumm war. Alle sahen ein, dass sie Zeugen eines übernatürlichen Geschehens geworden waren. Der Klerus und das Volk wurden einberufen, um sich in feierlicher Prozession auf den Weg zum von Bertolino beschriebenen Ort zu machen, wo die Jungfrau Maria ihnen in Glanz von blendenden Lichtstrahlen erschien. Als greifbarer und ewiger Beweis für das außergewöhnliche Ereignis, ließ die Madonna zu Füßen der Ulme eine Quelle reinen und frischen Wassers entspringen, welche ununterbrochen floss und noch heute existiert. Die Nachricht der Erscheinung verbreitete sich, und eine Menge von Pilgern von überall erreichte den Ort, wo sogar der Angreifer Bertolinos, auf Armen getragen, die Gegenwart der Madonna erreichen wollte, welche ihm in ihrer unendlichen Gutmütigkeit ihre erste Gnade gewährte, indem sie ihm seine Stimme und seine Artikulationen zurückgab.

- DER WALLFAHRTSORT -
Wallfahrtsort

Von jenem Tag an wurde der Hügel zum Ziel von Pilgerern jeglicher sozialen Stufe, die Andacht verbreitete sich auch unter den Bewohnern der angrenzenden Regionen so sehr, dass die Erbauung eines Wallfahrtsortes mit dem Namen der Madonna des Glanzes unerlässlich wurde.

Um den Wunsch der Seligen Jungfrau zu erfüllen, wetteiferten Reiche und Arme. Eine antike Tradition besagt, dass "der Baum, auf welchem die Madonna erschien, unter den Gläubigen geteilt wurde, ebenso wie viele Reliquien, und ein Teil davon wurde in den Wänden des Wallfahrtsortes eingemauert". Die Statue der Jungfrau mit dem segnenden Jesuskind, welche man noch heute in dem kleinen Tempel, welcher sich über dem Hauptaltar befindet, bewundern kann, wurde in den Tempel gebracht. Der Wallfahrtsort wurde den Celestanischen Patern anvertraut (religiöser Orden, welcher im Jahre 1240 vom Benediktiner Pietro del Morrone, später Papst Celestino V, gegründet und definitiv im Jahre 1810 aufgelöst). Anschließend wurde der Wallfahrtsort neu strukturiert, um fünf Arme erhoben und um die Hälfte verlängert, mit künstlerischen Kriterien von großem Wert im Vergleich zu dem vorhergehenden; der Hauptaltar wurde neu errichtet, auf den die Statue der Madonna des Glanzes gestellt wurde. Es wurde eine externe Vorhalle erbaut, und auch das Kloster wurde vergrößert, um die gewachsene religiöse Gemeinschaft beherbergen zu können, welche den Wallfahrtsort aufgrund der Erscheinung von Vater Romano, welcher sich eines Nachts vor der Statue der Madonna hinkniete und sah, dass die Nische leer war, nicht verlassen wollte. Vater Romano, welcher einen Diebstahl fürchtete, eilte in die Stadt, um den Alarm zu geben; als er jedoch in die Nähe der Mauern kam, sah er mit enormem Erstaunen die Statue der Jungfrau in einem Glanz blendenden Lichts. Der Vater bat die Jungfrau, zum Wallfahrtsort zurückzukehren, und die Madonna beruhigte ihn, indem sie ihm erklärte, dass sie sich nur deshalb entfernt hatte, um ihre liebe Stadt besser zu beschützen, dass sie jedoch vor Sonnenaufgang zum Altar zurückkehren würde, und so war es. Das Kloster und die Kirche, welche Staatsbesitz geworden waren, wurden dem Rathaus übertragen, welche sie im Jahre 1870 an die lokale Karitative Kongregation abtrat, damit das Kloster als ziviles Krankenhaus genutzt werden konnte und die Kirche dem Kult gegenüber offen sein konnte.
Im Jahre 1914 errichtete die Verwaltung des Krankenhauses unerlaubter Weise weitere zwei Stockwerke und gliederte den schönen Glockenturm in das Gebäude ein. Die Aufsicht des Wallfahrtsortes wurde erneut einigen Kapuziner-Patern anvertraut. Der Wallfahrtsort lebte nach verschiedenen Ereignissen wieder auf. Dank großzügiger Spenden der Gläubigen, begann im Jahre 1937, nach dem Projekt des Ing. Giuseppe Meo, die Neustrukturierung, welche die kleine Kirche von 200 qm in 22 Jahren in die aktuelle Kirche in lateinischem Kreuz, mit drei Altaren, einem großen Chor, seitlichen Sälen und vorstehendem Portikat verwandelten. Im Jahre 1946 (Ende des Zweiten Weltkrieges) mochte die Bevölkerung Giulianovas den neuen Hauptaltar mit dem kleinen Tempel für die Statue der Madonna, ihrer Beschützerin, erbauen, um der Jungfrau Maria dafür zu danken, ihnen die Zerstörung ihrer Stadt erspart zu haben.

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